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Die Geschichte der Hakka

Die Hakka sind eine der acht han-chinesischen Volksgruppen. Sie haben eine eigene chinesische Sprache, die sich in mehrere Dialekte aufteilt,und weisen bestimmte kulturelle Besonderheiten auf. Sie stammen ursprünglich aus der Gegend um den Baikalsee in Sibirien und haben sich nach mehreren Migrationsbewegungen in Südchina und von dort aus weiter in Taiwan, Südostasien, Nord- und Mittelamerika sowie in Australien angesiedelt. Die einheimische Bevölkerung wird als „Bunti(ngin)“ (本地(人), běn dì (rén) ‚ Stammland(Mensch)‘)bezeichnet. Inzwischen leben die Hakka nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern Asiens und in Übersee. Der Name Hakka bedeutet „Gäste“. Weltweit gibt es über 60 Millionen Hakka, manche von ihnen können inzwischen kein Hakka mehr sprechen. Andererseits gibt es eine stark gewachsene und mancherorts recht einflussreiche Bewegung,die das Kulturerbe der Hakka nachhaltig mit Hakka – Kulturspezifischen Bildungsangeboten fördert und den kulturellen Standort der Hakka in der chinesischen Welt verteidigt.

Der Begriff “Hakka”bezeichnet eine der acht hanchinesischen Volksgruppen, die sich durch ihre eigene Kultur, Sprache und Geschichte von den übrigen chinesischen Volksgruppen unterscheiden. Weitere Unterschiede der Hakka zu anderen hanchinesischen Gruppen finden sich auch in ihren religiösen Überzeugungen, in der Stellung der Frau und in der Bedeutung guter Bildung für beide Geschlechter. Die Hakka-Frauen haben ihre Füße natürlich wachsen lassen und hatten keinen Lotosfuß durch die jahrhundertelange Tradition. Bei den religiösen Überzeugungen stehen traditionell der Umgang mit dem Yin-Yang Konzept des Taoismus, die Steuerung und Balance der beiden Kräftepole unter Anleitung des Geomanten oder taoistischen Priesters und der hohe Respekt Ahnen gegenüber im Vordergrund. Sie verehren, traditionell anders als die übrigen HanChinesen es tun, kein großes Götterpantheon. Die Hakka führen ihre ethnische Herkunft zurück auf die zentralasiatischen Hunnen. Die Hunnen (Xiongnu) galten jahrhundertelang als Erzfeinde der Chinesen.

Wie kamen die Hakka nach Taiwan?

Nachdem Zheng Chenggong die Niederländer aus Taiwan vertrieben hatte, setzte er als MingLoyalist seinen Widerstand gegen die auf dem chinesischen Festland herrschende Qing-Dynastie der Mandschuren fort. In seinem Gefolge befand sich ein General namens Liu Guoxuan, der der Volksgruppe der Hakka angehörte und eine große Zahl weiterer Hakka aus der Provinz Fujian in seinem Gefolge führte. Dies war die erste größere Einwanderung von Hakka auf die Insel Taiwan. Im Jahr 1683 eroberten die Truppen der Qing-Dynastie Taiwan und gliederten die Insel als Provinz in ihr Reich ein. Um weiteren Widerstand oder neue Aufstände zu vermeiden, wurde die Einwanderung vom chinesischen Festland nach Taiwan fortan streng kontrolliert.Der Kaiserhof erließ Gesetze, in denen es Einwohnern der Provinz Guangdong verboten wurde, nach Taiwan überzusetzen. Das Verbot richtete sich nicht direkt gegen die Hakka, doch da viele südchinesische Hakka in Guangdong ansässig waren, ergab es sich, dass in der Frühzeit der Qing-Herrschaft unter den zahlreichen chinesischen Einwanderern nach Taiwan nur verhältnismäßig wenige Hakka waren. Erst als die Auswanderungsverbote Ende des 18. Jahrhunderts aufgehoben wurden, kamen auch Hakka aus der Provinz Guangdong in größerer Zahl nach Taiwan. Da die leichter zugänglichen Gebiete nahe der Küste schon von Einwanderern früherer Phasen in Besitz genommen waren, blieb den Hakka oft nur übrig, schwerer zugängliche Gebiete in Nähe des taiwanischen Zentralgebirges urbar zumachen. Da die Hakka-Einwanderer in zeitlich versetzten Schüben nach Taiwan kamen, entstanden ihre Siedlungsgebiete unzusammenhängend über den Westen der Insel verstreut. Wo die Hakka mit Minnan-sprachigen Chinesen früherer Einwanderungsphasen zusammenlebten, waren sie meist eine Minderheit, die in Konflikt zu den anderen Volksgruppen stand oder sich mit ihnen vermischte. Diejenigen Hakka, die sich in entlegeneren Gebieten ansiedelten, bewahrten ihre kulturellen Eigenheiten und ihre Sprache hingegen besser. Da ihre Gebiete jedoch geographisch nicht zusammenhingen, entstanden verschiedene lokale Dialekte der Hakka-Sprache in sogenannten Dialektinseln. Inzwischen machen die Hakka ungefähr 15 Prozent der Bevölkerung Taiwans aus.

Die Rundhäuser der Hakka

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Berühmt sind vor allem die tellerrunden Hüte der Hakka-Frauen, und die Gesänge der Männer. In ihren melancholischen Volksliedern singen sie vom Land, der Arbeit, dem Leben – und der Liebe. Familienclans spielen immer noch eine entscheidende Rolle zum Erhalt der Dorfgemeinschaft – und schützen die uralten Bräuche. Der wohl augenscheinlichste Unterschied zum Rest Chinas sind die Rundbauten: Fast alle Häuser haben nur einen Eingang. Bei einem Durchmesser von bis zu 80 Metern ist es weit von einer der entfernteren Unterkünfte zum Ausgang. Die meisten der Höfe sind kreisrund, manche auch viereckig, drei oder vier Stockwerke hoch und für 100 Bewohner angelegt.

„Die Gebäude sind rund, weil sie glauben, dass böse Geister lieber in der Ecke bleiben und sie in einer runden Konstruktion keinen Platz finden. Das verschont die Menschen in den Rundbauten vor Unglücken“

In einem großen Tulou können sogar bis zu 600 Hakka leben. Die Hauswände sind aus einem Gemisch von Erde, Sandstein, Kalk und Stroh, verstärkt mit Verstrebungen aus Bambus. Das macht zunächst keinen soliden Eindruck, aber die Außenmauern sind bis zu zwei Meter dick und widerstanden damit viele Jahrhunderte Angriffen von Räuberbanden. Die sind zwar längst Geschichte, trotzdem sind noch heute fast alle Erdfestungen von Hakka-Familien bewohnt, wenn auch meist von älteren Einheimischen. Die Jüngeren ziehen entweder in moderne Häuser im Dorf oder gleich in die nächste Stadt.

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