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Nikolausabend

Der Heilige Nikolaus ist einer der populärsten Heiligen der katholischen Kirche, dessen Festtag, der 6. Dezember, mit vielen Bräuchen verbunden ist. Der Nikolausabend ist traditionsgemäß vor allem ein Tag der Kinder, da der Heilige Nikolaus seit Jahrhunderten als Wohltäter der Kinder verehrt wird. Der Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, „ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien“, ist in diesem Brauch einer der wesentlichen Punkte. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung, was er in einigen Ländern auch heute noch geblieben ist. Erst wegen der negativen Einstellung der Reformatoren zur Heiligenverehrung wurde die Bescherung vielerorts auf den Heiligen Abend verlegt, und Nikolaus als Gabenbringer vom Christkind abgelöst .

Ursprung des Nikolaustags: Woher kommt die Tradition?

Viele Menschen feiern am 6. Dezember den Tag des Nikolaus. Doch wo hat dieser Festtag eigentlich seinen Ursprung? Ursprünglich entstammt dieser Brauch aus der Verehrung des Heiligen Nikolaus von Myra, der als Heiliger der katholischen Kirche gilt. In vielen Ländern ist Nikolaus bis heute ein offizieller Feiertag. Über das Leben des historischen Nikolaus gibt es nur wenige belegte Tatsachen. Myra in Lykien, heute Demre, ist ein kleiner Ort etwa 100 km südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Im 4. Jahrhundert war der Ort Bischofssitz. Berichte über Nikolaus’ Leben stammen z. B. von Andreas von Kreta (um 700) und von einem Mönch Johannes aus dem Studitenkloster in Konstantinopel, das im 5. Jahrhundert gegründet wurde. Nach übereinstimmenden Überlieferungen wurde Nikolaus zwischen 270 und 286 in Patara geboren, einer Stadt in Lykien. Der Überlieferung zufolge wurde er mit 19 Jahren von seinem Onkel Nikolaus, dem Bischof von Myra, zum Priester geweiht und dann Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra. Während der Christenverfolgung 310 wurde er gefangengenommen und gefoltert. Sein ererbtes Vermögen verteilte er unter den Armen. Dies wird auch von den besser bezeugten Bischöfen des 4. Jahrhunderts Ambrosius von Mailand und Basilius von Caesarea berichtet und gilt dort als historische Tatsache. Um Nikolaus ranken sich diesbezüglich verschiedene Legenden. Der heilige Andreas von Kreta und Johannes vom Studitenkloster berichteten, Nikolaus habe am Konzil von Nicäa teilgenommen und dort seinen Widersacher Arius geohrfeigt. Deshalb sei er zuerst verhaftet, gegen Ende des Konzils aber rehabilitiert worden. Nikolaus ist nicht in der Unterzeichner-Liste von Nicäa enthalten, die allerdings unvollständig überliefert ist. Andererseits gehört Bischof Theognis von Nicäa, den Nikolaus laut Andreas beim Konzil von der katholischen Sichtweise überzeugt haben soll, zu den historisch belegten Unterzeichnern. Nach der Evakuierung der Stadt Myra und vor ihrer Eroberung durch seldschukische Truppen 1087 raubten süditalienische Kaufleute die angeblichen Gebeine aus der Grabstätte des Heiligen in der heute noch bestehenden St.-Nikolaus-Kirche in Demre, indem sie den Sarkophag aufbrachen, und überführten die Reliquien ins heimatliche Bari. Die Reliquien befinden sich in der eigens errichteten Basilika San Nicola. Die Stadt feiert jedes Jahr zu Ehren des Heiligen vom 7. bis 9. Mai, dem vermutlichen Tag der Ankunft der Reliquien in Bari, ein Fest. Die Statue des heiligen Nikolaus wird in einer Prozession von der Basilika bis zum Hafen, begleitet von über 400 Personen in historischen Kostümen, getragen. Auf einem Boot umrundet man dann damit die Bucht. Die türkische Nikolaus-Stiftung fordert allerdings die Reliquien des Heiligen zurück.

Nikolaus: Ein legendärer Mann

In Österreich dient der Feiertag heute allerdings hauptsächlich dazu, die Stiefel der Familie mit Geschenken zu befüllen – den Ursprung des Nikolaustages kennt kaum jemand. In anderen Ländern wie Russland, Kroatien oder Serbien ist der Heilige Nikolaus von Myra hingegen ein Schutzpatron und auch hier feiern jedes Jahr Menschen den Nikolaustag. Der 6. Dezember gilt gemeinhin als der Todestag des heiligen Nikolaus. Dieser Tag wird in Andenken an seine guten Taten gefeiert, die der Bischof zu Lebzeiten vollbracht haben soll. Hierin ist auch der Ursprung des Feiertages zu sehen.

Der Heilige Nikolaus als Retter

So verteilte er zum Beispiel sein gesamtes Vermögen an die Armen und rettete unschuldige Menschen vor dem sicheren Tode. Von besonderer Bedeutung für die heutige Tradition, den Festtag zu begehen, ist die legendenhafte Geschichte von einem sehr armen Mann: Ihm fehlte das Geld für die Heirat seiner drei Töchter, weshalb er sie in die Prostitution schicken wollte. Als Nikolaus davon erfuhr, warf er Gold in den Kamin der Mädchen. Dieses fand sich in ihren Stiefeln und Socken wieder, die dort zum Trocknen hingen. So rettete er die Mädchen vor ihrem Schicksal. Hieraus entstand der Brauch, am Nikolaustag Geschenke in Socken oder Stiefel zu stecken, der bis heute in weiten Teilen der Welt fortgeführt wird.

-Savoir-

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